Von der Wirklichkeit weit entfernt - Fotografie
16/11/2008 14:26

© Albert Watson: Auf "Mike Tyson, Catskills, New York, 1986" hielt Watson den beachtlichen Nacken des ehemaligen Box-Weltmeisters fest.
Ein Turm mit Ohren. Die Bildlegende korrigiert die spontane Wahrnehmung rasch: Mike Tyson (1986). Formatfüllend hat der Fotograf Albert Watson den Hinterkopf des einstigen Boxweltmeisters ins Bild gesetzt. Übergangslos gehen Kopf und Hals ineinander über. Schweißperlen auf der Haut werfen genau kalkulierte Lichtflecken zurück und verleihen der Aufnahme einen Hauch von Plastizität. Kein klassisches Porträt. Das Gesicht befindet sich im Off. Dennoch scheint das Bild alles über den gewalttätigen Tyson auszudrücken; gemessen jedenfalls an dem, was die Medien von ihm übermittelt haben.
Ob Mike Tyson, Kate Moss oder Jack Nicholson: Albert Watsons Fotografien entlocken den größten Stars noch überraschende Seiten.
Dagegen beeindruckt der Kollege Jim Dine ganz ohne Glitzerwelt. Zwei Ausstellungen würdigen jetzt ihre Werke. Das Schöne ist: Von der Wirklichkeit sind beide gleich weit entfernt.
Albert Watson: noch bis 18. Jänner 2009 im NRW-FORUM DÜSSELDORF,
Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf
Jim Dine: noch bis 14. Dezember 2008 im Mediapark,
Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln
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