Kulturgut Photographie - das Resumeé der photokina

Die photokina 2010 ist zu Ende, alle Kamera,- Objektiv,- Speicherkarten,- Zubehörfirmen sind nach Hause gefahren und erholen sich wohl ein paar Stunden, bis das Tagesgeschäft wieder weiter geht. fotostrada widmet allen Fotografinnen & Fotografen diesen Artikel zum Thema „Fotografie als Kulturgut“. Was ist, was kann die Fotografie, welche Relevanz hat sie? (Quelle: photokina-daily.com)


photokina photographie als kulturgut

Noch immer haftet der Fotografie das Stigma der bloßen Wirklichkeits-Ablichterin an. Dabei hat sie durch ihre Vieldeutigkeit mehr zu unserer Welt-Anschauung beigetragen als jedes andere Medium. Eine Würdigung.

Rund 180 Jahre ist die Fotografie jetzt jung. Gemessenan anderen visuellen Künsten wie der Malerei ist das kein Alter, dafür war ihr Werdegang umso bewegter. Im Schnelldurchlauf: Der anfänglichen Begeisterung über das neue Zaubermedium folgt die Ernüchterung. Vor allem die Malerei ist zunächst wenig angetan: Sie muss ihre dokumentarischen Aufgaben an die weitaus abbildungstreuere Fotografie abgeben, die diese zunächst willig übernimmt. Fortan gilt sie als Handwerk, bestenfalls Maschinenkunst, versucht sich im Piktorialismus ausgerechnet in malerischer Weise aus dieser selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien, propagiert im 20. Jahrhundert abwechselnd mal den subjektiven, mal den objektiven Blick und macht sich zuletzt mit medienanalytischen und selbstreferenziellen Methoden Gedanken über sich selbst. Die banale Cousine der Malerei ist die Fotografie also längst nicht mehr und endlich auch im Kunstmarkt angekommen. Doch was sie ihrem Wesen nach ist, was sie kann und soll jenseits der Wirklichkeitswiedergabe, das ist bis heute nicht abschließend verhandelt.

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